Die ganze Geschichte - Teil 2

Ich kam also an im Block D. Der Hausmeister wartete schon und führte mich in einen dunklen Kellergang. Ich bereitete mich schon auf dunkle Kellertage vor, es war aber nur der Raum wo ein Haufen Schlüssel für die Bewohner des Hauses in Bereitschaft hingen. Eine Unterschrift, eine Bettdecke und ein paar nette Worte auf Slowenglisch begleiteten uns auf dem Weg in den fünften Stock - Soba 0505. Lange Gänge - alle gleich aussehend - mit ulkig hervorstehenden Glasblasen, in denen sich die Küchen der Vierer-Dorms befinden, dann meine zukünftige Eingangstür mit einer Baileys- und einer Bierflasche auf dem Rahmen.
Wir treten ein. Zur Linken ein runder Tisch, eine recht aufgeräumte Küchenzeile mit zwei Kochplatten und drei Kochtöpfen. Zur Rechten ein Badezimmer ohne Duschvorhang und einem Haufen Duschgels und Rasierschaumdosen. Geradeaus die Betten 0505 und 0506.


Das erste Betreten eines typischen studentski doms ist von einem Eindruck der Symmetrie gekennzeichnet. Rechts mein Bett, links sein Bett. Sein Bett ist geziert mit Postern von Frauen im Bikini auf Motorhauben, diversen Partyandenken, Computerzeitschriften und einer Gitarre. Meine Hälfte ist noch leer. Ein Bett, ein Schreibtisch, ein Stuhl, zwei Regalbretter, eine Hälfte Schrank. Ich schaute mir später noch andere Zimmer an und bin erstaunt darüber, wie kreativ sich hier die Studis ihre Zimmerhälften gestalten. Zimmerhälften in denen sie meist von Montag bis Freitag weilen um dann zu ihren Eltern zu fahren und ihre Wäsche zu waschen (Deswegen finden die meisten Parties hier innerhalb der Woche statt).
Für mich ging es erst mal zurück in die alte Wohnung in der Linhartova. Ich packte meine Sachen, hatte noch eine Menge Spaß mit meinen Mitbewohnerinnen und rief mir dann ein Taxi zum umziehen.Mein Mitbewohner war immer noch nicht wieder da, als ich meine Klamotten per Fahrstuhl in den fünften Sock wuchtete. Ich richtete mich erst mal ein und schaute aus dem Fenster. Man kann die Berge von hier aus sehen und es erfüllt mich jeden Morgen wieder mit Wonne von den halbbeschatteten Gipfeln begrüßt zu werden.

>>>Fortsetzung folgt<<< - In der nächsten Folge erfahrt ihr, wie ich auf meine Mitbewohner stieß und wie ein studentski dom das Leben auf kleinstem Raum ermöglicht.