Wieder in Deutschland (Freihand)
Ein etwas älterer Text (Ende Juni 2007), geschrieben als ich von Slowenien zurück nach Deutschland kam:
Wieder in Deutschland. Ich war nicht lange weg. Oder doch? München war mir schon immer fremd. Ich schweige, genieße kaum. Ruhe mich in mir aus, verschenke kein Lächeln. Es ist sonderbar. Du warst „abroad“. Was wird morgen sein? Viele Gedanken schwirren durch meinen Kopf. Ist das jetzt alles fremd hier? Ich glaube dafür war ich nicht lange genug weg. Und außer der Sprache war Slowenien ja auch nicht so anders. Oder doch? Ich grinse nicht. Was ist mit der Vielfalt? Wohni gehen wir morgen? Was wäre, wenn das morgen wieder ganz woanders wäre?
Das sind alles die falschen Fragen. Die Nation ist tot! Wir müssen anders denken! Aber wie? Ich presse Gedanken aus meinem verquirllten Hirn. Was wird morgen sein. Ich brauche lange um dahinter zu kommen, was ich denke. Beziehungsweise welcher Gedanke gerade dominant ist. Grüne Felder ziehen vorbei. Das Grüne an ihnen verschwimmt. Keine Berge mehr. Was wird morgen sein?
Es ist alles. Kein Problem. Was ist Ein Problem? Eine Schafherde zieht vorbei. Es ist kein Problem. Interessant wie unterschiedlich die Menschen auf der Welt mit Heu umgehen. Es ist kein Problem? Was wird morgen sein? Ich nehme wahr. Was heißt wahrnehmen? Benennen können? Welchen Sinn hat der Wahn? Es gibt viele Fragen auf dieser Welt, die sich nicht verstehen. Wann immer ich war wahr, war Symbolik meist sinnlos. War Klarheit einfach Wahrheit.
Das sind meine Wörter. Was sind das für Wörter? Ein Weizenfeld. Ich bin beeindruckt. Wie schön die Natur ist. Kultur ist nicht schön, oder doch? Kultur wechselt ihr Antlitz mit jeder Perspektive. Kultur ist Perspektive. Eine Perspektive. Es ist schön zu sehen, dass es Kultur gibt. Kultur ist Sinn. Kultur ist der Weg in dem Menschen der Welt Bedeutungen geben. Lassen wir mal den Machtaspekt außen vor und sehen wir das ganz pragmatisch. Kultur verknüpft Bedeutungen mit Interessen. Es ist schön, darüber schreiben zu können. Worüber möchte ich mal schreiben? Über Menschen, oder doch nicht. Ich bin interessant verwirrt zur Zeit. Identität, kann man das essen? Ich habe keine Identität, ich bin einfach. klar. Der historische Pragmatismus vermischt sich mit Bahnen des nostalgischen wahns. Ich spinne nicht, ich bin das. Und deshalb bin ich nichts. Kinski propagierte das kulturlose Sein. Alle halten dich für Spinner, wenn du dich für Kulturlos hältst. Ist auch Blödsinn. Dennoch eine schöne Vorstellung. Wenn ich könnte, würde ich allen den Stinkefinger zeigen. Aber warum denn? Eigentlich geht es mir doch nicht so schlecht. Aber was wird morgen sein?
Dieses Schreiben räumt auf. Ich muss mich jeden Tag neu verstehen. So langsam finde ich mich damit ab. Ist das wirklich so? Kann man substanzlos sein? Nein, aber man muss sich immer im Kontext sehen. Jeder Gedanke kommt irgendwo her. So auch diese sie entstehen durch die Bewegung des Zuges und der Ruhe der anderen Leute hier. Und natürlich aus meiner Ruhe. Warum stelle ich mich hinten an? Was ist das falsche und was das richtige Ego? Eigentlich egal, aber warum? Weil das Ego nur eine Idee ist?
Nehmen wir bloß jene Theorien, die helfen. Wobei?