Andere auf einem Schiff (von Istanbul nach Odessa)
25 Passagiere,
ein Schiff,
viele Geschichten.
Einer kommt aus Armenien,
zeigt stolz sein Kreuz.
Mit rauher Stimme
scherzt er über
seine Mafia-Sonnenbrille.
Ein Anderer aus Aleppo,
will in Odessa Law studieren,
kann sprechen
nur mit wenigen,
mit uns auf Englisch.
Als Lawyer, so lernen wir,
findet man in Syrien keine Frau:
Denn Lawyer sind Lügner.
Ein Anderer,
gerade mal 23,
war gerade bei Muttern,
seit Jahren in Istanbul.
Jetzt fährt er zurück zu seinem Sohn,
den er sehr liebt.
Geschieden ist er,
gerade jetzt,
weil er dumm war.
Ein Fischer war er,
auch das ist weg:
Ohne Job, ohne Frau,
Zuflucht bei der Mutter
in Istanbul.
Ein Anderer,
ehemaliger Sowjetgendarm
aus dem Kaukasus,
spricht als überzeugter Muslime
mit dem Anwalt aus Aleppo
auf Arabisch
über Allah.
Er spricht mit mir dann
über die Vorzüge
des muslimischen Glaubens
und die Vorzüge
des sowjetischen Systems.
Ein Anderer aus Moldawien,
war seine Schwester besuchen,
auf dem Weg nach Hause
hat er dort nichts vor:
Ein schöner Ort, sagt er.