Über das freie Schreiben (Post-postmoderne Gedanken)

„Gelesen zu haben hilft nicht. Geschrieben zu haben hilft nicht. Lesen hilft, Schreiben hilft!“ Wobei?, frage ich mich und schaue gedankenlos aus dem Fenster. „Martin Walser – du alte Sau!“ würde ich jetzt gerne aus dem selbigen rufen. „Wo hast du denn den Unsinn wieder her?“ Ich schreibe oft. Lesen tue ich auch oft. Doch wofür? Ist denn das Schreiben nicht bloß eine Abgrenzung gegenüber der Welt, eine bloße Konstruktion einer Traumwelt. Und das Lesen! Ist das nicht bloß die Bereicherung des eigenen Verstandes an fremden Gedanken. „Alles asozial“, sage ich und bue mich damit selber aus. Ein Blick in die Welt scheint da doch eigentlich angebrachter. Doch was erwartet mich da? Seit der Erfindung der Gentechnologie ist es nun ein für alle mal aus mit der Natur in dieser Welt. Nun ist alles nur noch konstruiert? Nichts kann man mehr so hinnehmen, alles hat einen Sinn! Wo ist denn nur der Dada? Dadadadada? Wo? „Na hier“, schreit es von irgendwo zwischen den Zeilen. Doch ich erkenne nichts. Einzig den Sinn der Anerkennung kann ich im Unsinn entdecken. Und der macht sich heutzutage mehr als breit. Da gibt es Menschen, die veröffentlichen vollkommen sinnleere Texte im Internet nur für die Anerkennung. Und wieder schneide ich mich ins eigene Fleisch...