Последние Дни
Сдрастбуйте ребята,
die letzten Tage hier brechen an. Ich bin ein bißchen traurig, denn es war wirklich eine volle Zeit hier. Heute abend kochen wir zusammen mit einer Gruppe ChinesInnen, die auch hier im Wohnheim wohnen. Auf ihre Idee hin, sollen wir etwas Deutsches machen. Nun sagt mir mal auf Anhieb ein deutsches Essen. Mir hat es sich bei dem Gedanken gesträubt etwas als solches zu bezeichnen. Aber uns fiel auch tatsächlich nichts ein. Jetzt gibt es als Nachspeise: Grießnockerl mit Beeren. Sehr deutsch, oder etwa nicht?
Gestern auf einer gemeinsamen Exkursion ins Schepkin-Museum (Russischer Schauspieler) habe ich im Bus ein bißchen Chinesisch gelernt. Es wurde gesagt, ich habe Talent und es hat sehr viel Spaß gemacht. Mit dem Finger auf einen Baum zeigen und sagen "Schu". Oder lernen "Ich liebe dich!": Woa ei ni! Bei dem Versuch auch ein bißchen schreiben zu lernen hörte es auf. Ein größeres Projekt.
Mein Energiehaushalt geht auf und ab. Ich will die ganze Zeit irgendwo unterwegs sein, aber fühle mich oft vollkommen durcheinandergewürfelt durch die ganzen EIndrücke, die ganzen Ebenen, auf denen hier was passiert. Mein Orientierungssinn geht in Richtung unverbesserliches Chaos. Eine Sache, die mich wirklich unsicher macht, denn ich bin immer wenn ich in anderen Ländern bin erstmal vollkommen durcheinander von den vielen Eindrücken und beinahe handlungsunfähig. Vielleicht erwarte ich einfach zu viel von mir, was das Verstehen angeht. Es fällt mir schwer mich beim Sprechen nur auf d Worte zu konzentrieren. Es kommen immer gleich so viele andere Ebenen ins Spiel: Die eigene Rolle reflektieren, die Bedeutung der Gespräche, die fremde Sprache...
Heute habe ich längermit einem anderen Studenten aus Sambia gesprochen. Auf Englisch, das war mal wieder erfrischend und einfach. Die farbigen Studierenden hier haben es nicht einfach. Viele bewegen sich nur in der Umgebung vom Wohnheim bis zum Supermarkt, weil es immer wieder zu Übergriffen auf Farbige kommt. Aus dem Wohnheim wurde gerade ein Student aus Mosambique verwiesen. In dem Fall allerdings wegen Haschischkonsum und auch Verkauf, glaube ich. Leider kann ich mit meinen Sprachkenntnissen gerade noch nicht wirklich viel von dem verstehen, was hie passiert. Aber einige gute Gespräche konnte ich doch führen, aber dann doch meist mit Englisch als Hilfssprache.
Es gibt hier noch einen anderen Felix aus Mosambik. Ein supernetter Kerl. Er hat es ein bißchen besser geschafft sich zu behaupten, hat einfach unglaublich viel Russisch gelernt und spricht jetzt sehr gut. Er arbeitet in der Uni, studiert fleißig Recht und grüßt überall Leute, auch viele Russen, wenn man mit ihm durch die Gegend läuft. Nach dem Studium will er in Mosambique Anwalt werden. Er hat unglaublich Power und wird bestimmt einmal tolle Dinge tun.
Der Student, mit dem ich heute gesprochen habe (Ich habe leider seinen Namen vergessen, warum kann ich mir die eigentlich so schlecht merken?), will Kommunikation studieren, was hier Computerkommunikation bedeutet. Er sagt in Sambia boomt die Kommunikationsbranche, das wäre ein guter Job. Er studiert aber eher aus Interesse, hat sich schon immer mit Computern beschäftigt. Eigentlich wollte er nach Japan. Aber es hat mit dem Visum nicht geklappt. Russland ist für viele einfacher. Deswegen sind sie hier. ABer Leute, denen es richtig gut gefällt hier und die hier bleiben möchten scheint es nur wenige zu geben. Nur von den Chinesen gibt es einige, die sich vorstellen können hier oder in Deutschland als Ingenieure zu arbeiten. Als wir als Deutsche in die Klasse kamen, wurden wir sehr umzirzt. Deutsch sein ist hier schon zum Kotzen besonders. Vor allem auch wie wir hier im WOhnheim und in der Uni behandelt werden. Viele Exkursionen, ständige Aufmerksamkeit... und als wir nach einem funktionierenden Kühlschrank fragten, wurden gleich alle Hebel in Bewegung gesetzt uns einen zu beschaffen. Der war zwar dann auch kaputt (Werksfehler aus Weissrussland). Anderen Studenten aus Equador wurde allerdings bei gleicher Frage einmal gesagt, sie sollten sich doch selber einen kaufen.
Gestern habe ich diese noch subtilen, feinen Unterschiede einmal sehr klar erleben dürfen. Wir gingen mit dem anderen Felix in das WOhnheim hinein. Am Eingang muss man immer seinen Propusk (AUsweis) vorzeigen. WIr zeigten ihn alle wie üblich halbherzig und aus dem Handgelenk geschüttelt. Nur Felix wurde angemeckert, er solle seinen Ausweis richtig zeigen. Im Fahrstuhl sagteich zu ihm, in so einem Fall dürfe man auch mal "pizda" zu einer Babuschka sagen. Unnötig der Übersetzung.
Ich werde mich jetzt einmal wieder den anderen zu wenden, die gerade nebenan in der Küche stehen und die Grießnockerl kochen. WIr hören Tocotronic und stehen im Kreis und diskutieren. SO richtig deutsch! Bis bald